Freitag, 31. Oktober 2014

Rezension: "Zwillingssterne" von Christina Moracho

Zwillingssterne
Christina Moracho
Königskinder Verlag
427 Seiten
21.10.2014

Klappentext:
Seit ihrem sechsten Lebensjahr sind sie unzertrennlich. Spielen zusammen. Fallen die Kellertreppe runter. Erst Oliver, dann Althea. Sie zelten im Garten, schwimmen im Atlantik, betrinken sich an Halloween. Küssen sich das erste Mal unter einem Ahornbaum. Er sie; sie ihn. Im Juni. Und als Oliver das nächste Mal aufwacht, ist es August. Während er schläft, fängt Althea an zu rauchen und färbt sich die Haare. Während er schläft, verändert sich alles zwischen ihnen. Und als er aufwacht, ist nichts mehr wie es einmal war.

Inhalt:
Die Geschichte der Zwillingssterne dreht sich um die wilde Althea und den ruhigen Oliver. Al und Ol. Zwei Menschen, wie Sie verschiedener nicht sein können und doch sind sie sich so ähnlich. Ihrer großen, schlaksigen und blonden Gestalt wegen werden sie des öfteren für Zwillinge gehalten, vorallem auch deshalb, weil sie einfach alles zusammen machen, seit sie sechs Jahre alt sind. Schon ganze elf Jahre lang.
Die Geschichte spielt in einem kleinen Ort Namens Wilmington an der Ostküste der USA. Oliver möchte später mal Astronomie studieren und Althea wünscht sich weiterhin, dass ihr erwachsenes Ich aus ihrer alten Spielzeugtruhe steigt und all die erwachsenen Sachen macht, die ein Erwachsener machen muss.
Die beiden sind so glücklich, wie ein Halbwaisenjunge und ein Mädchen mit entlaufener Mutter nur sein können, denn sie haben sich gegenseitig. Und sie brauchen sich gegenseitig. Das merkt man immer und immer wieder im Buch. Sie kommen nicht ohne einander aus, bis den beiden eines Tages das Kleine-Levin-Syndrom einen Strich durch die Rechnung macht.

Die beiden sind über ein Jahrzent lang befreundet und irgendwie ist es da nur logisch, dass irgendwann Gefühle ausbrechen, die beide nicht kennen und eigentlich auch nicht zulassen wollen, denn nichts ist wichtiger als ihre Freundschaft. Das KLS stellt eben diese vor unglaublich große Hindernisse und Herausforderungen, an die sich die beiden im Laufe des Buches erst herantasten müssen. Althea und Oliver begehen beide Fehler. Mal mehr und mal weniger schwerwiegend.

Protagonisten:
Oliver hat es nicht leicht in seinem jungen Leben, aber nagut, das haben die wenigsten, zumindest in Büchern. Oliver ist krank und herauszufinden, an was er denn überhaupt leidet ist ein hartes Stück Arbeit. Es muss unglaublich schwer sein an KLS zu leiden. Die Welt dreht sich weiter während man schläft, Tage, Wochen, Monate. Nicht zu verübeln das Ol's größter Wunsch einfach nur Normalität ist.


Er gibt nach und erwidert ihre Umarmung und sie drängen sich im schwindenden rosa Licht aneinander.
"Ich habe meinen Geburtstag verpasst."
"Ich back dir einen Kuchen", sagt sie.
"Und deinen auch."
"Da hats geregnet."
"Das ist doch alles bloß ein Witz", sagt er. "Ein absolut mieser Scherz."

Althea kommt mir im allgemeinen sehr verloren vor. Mit und vor allem ohne Oliver. Wenn er schläft, fällt ihr nichts leicht. Der Umgang mit "Freunden", der Umgang mit dem Leben und am meisten der Umgang mit Oliver. In seinen "Fette Maus" Phasen versucht Sie seine Anwesenheit einfach nur zu genießen. Mit fatalen Folgen. Sie ist einer dieser typisch überforderten Teenagern der USA. Während Oliver dafür schon fast zu konkrete Ziele hat. Und auch wenn sie am Ende des Buches zumindest auch ohne Ol zurechtzukommen scheint, wirkt sie auf mich immer noch verloren.

Fazit:
Das Buch hatte für mich großes Potential, die Leseprobe war Klasse, sonst hätte ich es nicht gelesen. Es ist und bleibt ein Jugendbuch (ab 14 Jahren). Vielleicht bin ich für dieses Buch dann doch schon zehn Jahre zu alt, ich weiß nicht, woran es liegt. Mir hat etwas gefehlt, das ich nicht einmal genau benennen kann. Das Ende hat mich ziemlich enttäuscht. Ich möchte nicht sagen warum. Wer hier eine Jugendromanze erwartet wird auch enttäuscht sein, denn hier geht es eher um Freundschaft, Mut und um die Probleme fast jeder Teenager. Mit einigen Themen wird zu Salopp umgegangen und wenn mein Kind sich so verhalten würde wie die Teenies in dem Buch, würde ich definitv anders reagieren, als deren Eltern. Der letzte Satz des Buches beschreibt es eigentlich ganz gut.

"Wie sich zeigt, haben sie beide Recht: Es fühlt sich gut an und es tut trotzdem weh."


Vielen Dank an vorablesen.de und den Königskinder Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. ♥
Mein allererstes. Yeah!





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