Sonntag, 16. November 2014

Rezension: "Belina - Liebe auf den zweiten Brief" von Marie-Christin Rapp

Belina
Liebe auf den zweiten Brief
Marie-Christin Rapp
ca. 130 Buchseiten 

Kurzbeschreibung:
Zu der 22-jährigen Kunstgeschichtestudentin Melina verirrt sich eines Tages ein Brief von einem Unbekannten. Der Adressat ist ein gewisser Ben Hambold. Ebenfalls Student. Die quirlige Melina lässt sich auf den Unbekannten ein und schreibt ihm. Das zu Anfang gedachte Projekt entwickelt sich schon bald zu einer romantischen Liebesgeschichte des 21. Jahrhundert.

"Belina - Liebe auf den zweiten Brief" - Ein Kurzroman über die Liebe, die Distanz und die Macht der Wörter.

Marie-Christin ist mit ihren 19 Jahren eine sehr junge Autorin. Deswegen habe ich einen sehr jugendlichen Sprachstil erwartet. Gespannt war ich auf den Tiefgang des Buches.

Das Cover hat mir auf Anhieb gut gefallen. Es ist sehr feminin und ein klein wenig kitschig gestaltet.
Allein vom Cover ausgehend hätte ich mir das Buch im Buchladen auf jeden Fall schon einmal angesehen - leider gibt es "Belina" bisher nur als Kindle-Edition.

"Belina - Liebe auf den zweiten Brief" ist ein sehr kurzweiliges Werk. Es beinhaltet einen Briefwechsel des Medizinstudenten Ben aus Dresden und der Kunstgeschichtsstudentin Melina aus Wien.
Der Brief "verirrt" sich keineswegs zu Melina. Vielmehr ist er Teil eines Kommunikationsprojektes.
Aus diesem ersten Brief entsteht zuerst eine Brieffreundschaft, die mit der Zeit zu tieferen Gefühlen führt.

Die Story an sich ist sehr schön erdacht. Vor allem wird hier die Institution "Brief" in den Mittelpunkt gerückt, was mir sehr gut gefallen hat, wird doch der normale Briefverkehr zur heutigen Zeit immer mehr durch eMails und SMS abgelöst.

Was mich etwas gestört hat, sind die oft recht unklaren Satzverschachtelungen und die nicht korrekte Wortwahl. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass hier kein Lektor zum Zuge kam. Schade, denn man hätte noch mehr aus der Geschichte herausholen können.

Letztendlich entspringt das Buch der verklärten Romantik einer 19-jährigen Autorin und ist deshalb meines Erachtens recht schnulzig und schmalzig. Die Ausdrucksweise entspricht jedenfalls meinen Erwartungen: sie ist sehr jugendlich.

Im Großen und Ganzen liest sich das Buch sehr schnell und angenehm weg, auch wenn man "die Dreißger schon längst erreicht hat". Ich kann es jedenfalls guten Gewissens weiterempfehlen.

"Ich stell´ mir das gerade so witzig vor: 
Du unter lauter Frauen, die die Dreißiger schon längst erreicht haben..."






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