Sonntag, 5. April 2015

Rezension: Was mich fertig macht, ist nicht..." von Michel Birbæk

Keine Beziehung engt so sehr ein wie Armut.

 

"Was mich fertig macht, ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen"
Michel Birbæk
Bastei Lübbe
238 Seiten
29. Oktober 2010

Klappentext:
Tacheles hat ein Problem. Oder zwei. Das eine liebt er, aber sie ist seine beste Freundin. Das andere begehrt er, aber sie behandelt ihn wie einen One-Night-Stand. Es muss sich was ändern! Ein weiteres Problem ist seine Band. Sie tourt und tourt und trotzdem sind alle immer pleite. Es muss sich was ändern! Nur was? Schließlich kommen einem ständig neue Probleme dazwischen. Wie das mit seiner nymphomanischen Mitbewohnerin oder jenes mit seinem sprachlosen besten Freund. Und das mit den Drogen, dem Hamster und den Nazis. Also gibt Tacheles erst mal Vollgas. Die Richtung wird sich schon finden. Und am bleibt die Frage: Wann gibt es endlich Sex auf Krankenschein?


Meinung:
Alles beginnt damit, das Tacheles mit seiner Band MoM ("Männer oder Mäuse") auf dem Rückweg von der Tour ist. Eine Tour, die wieder mal mehr Miese als Moneten gemacht hat. Ach wäre das doch nur Tach's einziges Problem. Nein, da wäre auch noch die namenlose Tänzerin, an die er sein Herz verloren hat, und die nun nach einem Jahr wieder in der Stadt ist und ihn weiterhin wie Dreck behandelt. Und auch noch Britta, seine beste Freundin, die auch gerade erst von einer viermonatigen Reise wiederkommt. 

Tacheles Leben ist ziemlich wirr. Man schwenkt von einer Situation in die nächste, ohne wirklich einen Plan zu haben und genau so verläuft auch sein Leben. In dem einen Moment liegt er in dem Bett einer Frau, in dem nächsten diskutiert er heftigst mit seinem besten (verstummten) Freund über die Tour und über das Leben selbst. Max ist mir übrigens sehr sympathisch. 


Erzähl mir was Schönes.
Meine Mitbewohnerin hat mir vorhin eröffnet, dass sie einen Aidstest machen will.
Was ist daran schön?
Wenn der negativ ausfällt, wir die halbe Stadt erleichtert aufatmen.



In der ersten Hälfte des Buches musste ich ständig lachen. Über Tacheles, über Max und über beide in Kombination. Bis dahin ist das Buch mit Witz und Weisheit wirklich sehr gut. Dann entsteht ein Bruch in Tacheles Leben und das wirkt sich natürlich auf ihn auf und er fragt sich Dinge wie "Warum war mein Vater früher ständig mit mir angeln?" Er merkt mal wieder, dass das Leben nicht immer so läuft wie er es sich wünschen würde. Aber nagut, das ist nichts neues für ihn. Ab da wird das Buch fast schon ein bisschen langatmig, aber mehr die Veränderung im Protagonist. Das hat Birbaek wirklich gut hinbekommen. Auch wenn ich so manchen Teil aus dem Buch bis jetzt noch nicht verstehe, bzw. den Sinn dahinter. 

Eine kleine Lektüre für Zwischendurch. Wenn man mal Lust auf etwas anderes hat. 



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