Montag, 1. Februar 2016

Rezension: "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee


 


Harper Lee beschwört den Zauber und die Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten: Die Geschwister Scout und Jem wachsen im Alabama der 1930er Jahre auf. Jäh bricht die Wirklichkeit des Rassenhasses in ihre behütete Welt ein, als ihr Vater, der Anwalt Atticus Finch, einen wegen Vergewaltigung angeklagten Schwarzen verteidigt. Finch lehrt seine Kinder Verständnis und Toleranz, allen Anfeindungen und Angriffen ihrer "ehrbaren" Mitbürger zum Trotz. Unvergessliche Figuren, menschliche Güte und stiller Humor zeichnen den Roman aus, der in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde und Millionen von Lesern in seinen Bann zog.

Da hatte ich mir zum Jahresbeginn eines der Bücher ausgesucht, die man irgendwann einmal gelesen haben sollte... Und dann ging dieses buch einfach nicht voran. Es war teilweise wirklich eine Qual und ich war tierisch froh, als ich damit endlich durch war!

Ich meine, die Thematik ist schon interessant und man sollte davor auch nicht die Augen verschließen, aber nachdem dieses Buch ja wirklich so hoch gelobt wird, habe ich um Längen mehr erwartet.
Ja, dem Schwarzen wird vorgeworfen, eine weiße Frau vergewaltigt zu haben. Und natürlich wird er verurteilt. Er ist ja auch schwarz. Dass diese weiße Frau die Tochter eines unbeliebten Assis ist, dessen größtes Hobby das Streiten ist, ist dabei egal.
Aber das war alles schon vorher klar. Nichts Überraschendes. So schlimm und schrecklich wie das klingt. Manche Menschen denken dummerweise, dass sie besser wären als andere.

Erzählt wird die Geschichte von der 8jährigen Scout, deren Vater als Pflichtverteidiger für Tom bestellt wird. Aus ihrer trockenen, emotionslosen Erzählweise schließe ich totales Unverständnis ihrerseits gegenüber dem Geschehen in der Stadt und vor allem vor Gericht.
Und weil das ganze Buch mehr wie eine Wiedergabe von Fakten wirkt, konnte es mich auch nicht mitreißen.


Man sollte sich mit der Thematik des Rassenhasses auseinandersetzen, das ist richtig. Ich bin aber der Meinung, dass ein kleines Kind hier als Erzähler völlig ungeeignet ist.
Das Buch ist an sich nicht schlecht, aber völlig unspannend erzählt. Ich habe es jetzt gelesen und mir wurde wieder einmal gezeigt, dass auch Klassiker nicht überall gleich gut ankommen können. Viel mehr habe ich den Eindruck, dass viele die Nachtigall nur deswegen gut finden, weil es von ihnen erwartet wird.


Mehr als drei Sterne sind da für mich nicht drin. Sorry.


Hat euch das Buch besser gefallen?


Liebe Grüße


1 Kommentar:

  1. Huhu Rike! (:
    Ich habe 'Wer die Nachtigal stört' von einigen Tagen gelesen und mir ging es ähnlich wie dir, auch wenn mir das ein kleines bisschen besser gefallen hat. Aber es hat meine Erwartungen leider nicht getroffen. Die Thematik ist wirklich tragisch und ich fand es spannend den Prozess zu verfolgen aber genau wie du sagst, es war leider nichts 'Überraschendes' dabei. :(
    Tolle Rezension!
    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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