Sonntag, 4. Juni 2017

[Rezension] "Es wird keine Helden geben" von Anna Seidl



Alles beginnt wie ein normaler Schultag. Doch kurz nach dem Pausengong hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Sie überlebt – fragt sich aber, ob das Leben ohne Tobi und mit den schlimmen Albträumen noch einen Sinn hat. Waren Miriam und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?




Schon sehr lange wollte ich dieses Buch lesen, aber irgendwie habe ich es doch immer vor mir her geschoben. Als aber im April meine Leseliste abgearbeitet war und ich irgendwas vom Reader áuswählen musste, fiel die Wahl dann doch auf dieses Buch.

Mit einem Schuss ist man schon direkt im Geschehen. Im Amoklauf an der Schule von Miriam. Wie sie und ihre beste Freundin sich auf der Toilette verstecken und dort vor ihren Augen ein Mitschüler erschossen wird. Wie Miriam dann auch noch mit ansehen muss, wie ihr Freund erschossen wird. Er schaut sie flehend an, sie soll ihm helfen doch die Angst lähmt sie. Und dann sieht sie Matias, einen Schüler - er hebt die Waffe, zielt auf Miriam und schießt. Wäre er in diesem Moment nicht selbst erschossen worden, hätte Miriam nicht überlebt. Der Amoklauf ist vorbei. Genau wie ihr Leben, wie es bisher war. 

Dieses Buch erzählt eine sehr spannende Geschichte. Die relativ kurze Sequenz des Amoklaufs ist beeindruckend beschrieben, aber sie ist nicht Grundgedanke der Geschichte. Es geht hauptsächlich um die Folgen dieses Ereignisses und wie es überhaupt dazu kommen konnte. Miriams Clique besteht aus ihr selbst und drei weiteren Mädels. Und alle vier gehen ganz unterschiedlich damit um. Die eine kommt überhaupt nicht damit klar, eine wird sofort aus der Situation genommen und ist weggezogen, die andere lenkt sich mit Drogen ab und Miriam versucht jeden Tag neu zu überstehen. Den für die Überlebenden 
geht das Leben weiter. Sie müssen in die Schule, doch wie soll das gehen.
Weiterhin wird die Frage gestellt: Hätte man das ahnen oder gar verhindern können? Matias ist ein unbeliebter Junge an der Schule. Wird gemobbt und übel runter gemacht. Miriam weiß nicht mal warum, aber sie macht einfach mit. Auch wenn sie das ein oder andere mal das schlechte Gewissen plagt. Nach so einer Tat müssen alle beteiligten Versuchen mit dem Leben klar zukommen.


Ein Buch mit einer großartigen Geschichte. Das Thema Mobbing ist natürlich nicht neu in Büchern, aber hier sind die Konsequenzen einfach grausam realitätsnah dargestellt. Sicher dreht nicht jeder Gemobbte auf diese Weise durch, aber vorgekommen ist es trotzdem schon viel zu oft. Miriams Gedankengänge, als vielleicht Mitschuldige, verfolgen zu können ist wirklich interessant. Sie versucht die Vergangenheit zu analysieren und stellt fest wie viel schief gelaufen ist. Dieses Buch ist nichts was man vom Inhalt her ständig lesen muss, aber es hinterlässt Eindruck.




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